Einführung
Im Laufe der letzten 3000 Jahre hat sich in China unter anderem ein
einzigartiges Medizinsystem entwickelt, für das sich in zunehmendem Maße
auch Menschen außerhalb Chinas zu interessieren beginnen.
Anfangs war es vor allem die Akupunktur, die sich im Westen durchsetzen
konnte, doch neben dieser und anderen Therapiemethoden ist vor allem die
Heilkräutertherapie von herausragender Bedeutung. Sie ist Herz und Essenz
der chinesischen Medizin und die in China am häufigsten eingesetzte
traditionelle Therapiemethode. Basierend auf medizinischen Texten, die zum
Teil über zweitausend Jahre alt sind, haben Generationen von Ärzten und
medizinischen Schulen ein komplexes System von Diagnoseverfahren, wie die
berühmte Puls- und Zungendiagnostik, und Therapiemöglichkeiten entwickelt.
Dieses wurde in den letzten Jahrzehnten mit ständig wachsendem Interesse
auch außerhalb Chinas wahrgenommen. Weltweit ist die Traditionell
chinesische Arzneitherapie nach der westlichen Schulmedizin die
zweithäufigste praktizierte Medizinrichtung.
Bewahrung der Harmonie, sowohl im Stoffwechsel als auch im Seelenleben der
Menschen, steht im Mittelpunkt der Bemühungen. Ausgehend von einer genauen
Kenntnis der Wirkungsweise vieler hundert Pflanzen, gelegentlich aber auch
von Substanzen tierischer und mineralischer Herkunft, entstanden zahlreiche
Rezepturen, um Krankheiten vorzubeugen, diese zu heilen oder zu lindern.
Auch Nahrungsmittel spielen in diesem System eine große Rolle.
In der täglichen Praxis lässt sich dieses System vielfach einsetzen:
- zur Prävention und Lebensstilberatung
- zur gezielten Behandlung relativ geringer gesundheitlicher Beeinträchtigungen und Regulationsstörungen
- zum Teil aber auch zur Behandlung schwerer Krankheiten und
- zur Unterstützung und Ergänzung schulmedizinischer Therapien
- im Falle von unheilbaren Erkrankungen zur Verbesserung der Lebensqualität
Auch in Österreich ist in den letzten Jahren ein ständig steigendes
Interesse an diesen medizinischen Möglichkeiten und entsprechenden
Ausbildungsangeboten zu beobachten.
Aus diesem Grund hat sich 2002 die Österreichische Gesellschaft für
Akupunktur entschlossen, die seinerzeit begonnene Aufbauarbeit der
Österreichischen Gesellschaft für traditionell chinesische Medizin (ÖGTCM)
fortzusetzen und den Arbeitskreis für chinesische Arzneitherapie zu gründen.
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